Rasta Thomas

12.01.2018

Rasta Thomas gilt als einer der weltbesten und vielseitigsten Tänzer seiner Generation. Neben seiner spektakulären Karriere in den renommiertesten Ballett- und modernen Tanzkompanien performte er auch in Broadway-Musicals und Hollywood-Filmen und gründete seine Kompanie "Bad Boys of Dance", die vor allem mit dem Tanzshow-Hit "Rock The Ballett" weltbekannt wurde und international tourt. Während einige Tänzer der Truppe "Rasta Thomas' Bad Boys of Dance" (wie z.B. James Boyd, Timmy Olson, Franco Nieto, Drew Burgess oder Brandt Martinez...) in den letzten Jahren immer wieder bei uns als Gastdozenten tätig waren, ist es uns erst im Oktober und November 2017 gelungen, Rasta höchstpersönlich für eine mehrwöchige Masterclasses-Serie an unserem Konservatorium begrüssen zu können.

Rasta wurde in San Francisco, Kalifornien geboren und wuchs in Riyadh, Saudi Arabien auf. Er begann mit Kampfsport und erreichte im Alter von nur 5 Jahren den schwarzen Gürtel, bevor er klassisches Ballett-Training an der renommierten Kirov Akademie in Washington DC unter Leitung von Oleg Vinagrodov erhielt. Bereits als Teenager schrieb er Tanzgeschichte im Bereich internationaler Ballett-Wettbewerbe. Als 13-Jähriger wurde 1994 er der jüngste Teilnehmer, der je den Jury-Preis der International Dance Competition in Paris erhielt. Mit 15 errang er - als Jüngster, der diesen Preis jemals gewann - die Goldmedaille in der Junior-Kategorie des Internationalen Ballett-Wettbewerbs in Varna.

1995 wurde Rasta Mitglied von Le Jeune Ballet de France und wurde in weiterer Folge 1997 eigeladen, als Erster Solist beim Hartford Ballet zu tanzen.

Im Jahr 1998 durfte er trotz seines jugendlichen Alters mittels Sondererlaubnis an der Senior-Kategorie der USA International Ballet Competition (USAIBC) teilnehmen. Er gewann die Goldmedaille und wurde mit nur 16 Jahren der jüngste Preisträger der Kategorie "Senior Men", wobei er sogar Mikhail Baryshnikov's vorherigen Rekord einstellte, der die Senior Kategorie mit 18 Jahren gewonnen hatte.

Über Empfehlung von Choreograph Vladimir Angelov wurde er 2001 als erster Amerikaner Mitglied des russischen Kirov Balletts in St. Petersburg, das ihm uneingeschränkte Freiheit bezüglich seines Wunsches nach unabhängigem künstlerischen Schaffen einräumte. In seiner Zeit beim Kirov Ballett trat er insbesondere als "Jester" in "Schwanensee", "Stierkämpfer" in "Carmen" oder als "Junger Mann" in "Le jeune homme et la mort" auf.

2003 engagierte ihn das Dance Theatre of Harlem als Ersten Solisten.

Weiters tanzte Rasta Thomas mit Kompanien wie dem Russian Imperial Ballet, National Ballet of China, Victor Ullate Ballett/Spanien, Inoue Ballett/Japan, Ochi Ballet, Universal Ballet/Korea, Joffrey Ballet, Washington Ballet, Tulsa Ballet, Complexions, Alonzo King Lines Ballet, Pacific Northwest Ballet, Baryshnikov's White Oak Dance Company, Orlando Ballet, K Ballet, CityDance, Philadanco, the American Ballet Theatre (ABT) im Metropolitan Opera House und war auch "Étoile" (ranghöchster Solotänzer) an der Pariser Oper.

Als Solist trat er bei zahlreichen Galas auf, unter anderem bei "Le Gala Des Étoiles" und verkörperte verschiedene Rollen, wie "Albrecht" in "Giselle", "Basilio" in "Don Quixote", "Ali" in "Le Corsaire" oder "Tod" in "Debbie Allen's Soul Possessed" bzw. tanzte in Werken von George Balanchine, Jérôme Robbins, Ulysses Dove oder Jerry Mitchell.

Weiters war er während seiner Ballett-Karriere als "Timmy Chambers" im Film "One Last Dance" mit Patrick Swayze zu sehen (2003) und performte ein Solo in Lar Lubovitch's US Debut von "Elemental Brubeck". Im selben Jahr gab er sein Broadway-Debut in der Hauptrolle des "Eddie" in Twyla Tharp's Broadway-Hit "Movin' Out" und ging mit der Movin' Out-Kompanie auch auf Tournee. Darüber hinaus eröffnete er die Special Olympics World Games und choreographierte bzw. performte ein spektakuläres Akrobatik-Ballett-Solo für Rafael Amargo's Flamenco Musical "Poetry in New York". 2008 wurden Rasta Thomas und elf weitere Goldmedaillen-Gewinner vergangener USAIBC (USA International Ballet Competition)-Wettbewerbe eingeladen, bei einer IBC-Reunion-Galanacht in Jackson, Mississippi aufzutreten.

Rasta Thomas war auch Gast in zahlreichen TV-Sendungen, so z.B. in einer Bravo Dokumentation im Jahr 1997, in CBS' Breakfast with the Arts (1991), Sesame Street (1969), tanzte 1999 ein Solo bei den Academy Awards/Oscars und war im Frühjahr 2000 in der internationalen Kampagne von The GAP zu sehen. Vor dem Präsidenten der Vereinigten Staaten tanzte Rasta im Weißen Haus, und mit Aretha Franklin trat er in Harlems berühmtem Apollo Theater auf.

2007 gründete Rasta Thomas seine eigene Kompanie, die "Bad Boys of Dance" (BBD) mit Sitz in Takoma Park, Maryland . Er suchte die besten bzw. vielseitigsten Tänzer für seine Kompanie bei Wettbewerben, am Broadway sowie bei Ballett-Institutionen aus. Eine der erfolgreichsten und weltweit tourenden Shows der Bad Boys of Dance, "Rock the Ballet!" mixt Contemporary, Akrobatik, Kampfsportelemente, Pop, Breakdance, Jazz, Hip Hop und andere Urban Dance Genres mit Ballett. Unter anderem eröffneten die BBD den zweiwöchigen internationalen US-Tanzwettbewerb USAIBC (USA International Ballet Competition) im Juni 2010 und traten mit Elton John oder in TV-Shows wie "So You Think You Can Dance" auf.

Nach dem internationalen Hit "Rock the Ballet!" brachte Rasta weitere Tanzshows heraus, wie z.B. "Tap Stars" oder "Romeo and Juliet".

Zuletzt tanzte er u.a. in "Carmen" in der Houston Grand Opera, performte mit den weltbesten Top-Tänzern bzw. internationalen Wettbewerbs-Preisträgern in Tokio, Fukuoka and Osaka oder trat auch als Gaststar mit der Kompanie Cuban Contemporary Dance in "Carmina Burana" in Kuba und Mexico auf.

Rasta Thomas war darüber hinaus auch Resident Director an der Debbie Allen Dance Academy in Los Angeles, Kalifornien, wo er nach wie vor noch immer wieder als Gastdozent unterrichtet. Weiters war er auch einige Jahre künstlerischer Leiter und CEO der amerikanischen Tanzwettbewerbe "Showbiz" und "Primetime Talent Dance Competition".